Opfer-Täter Dynamiken

Im Leben fühlen wir uns manchmal dem Verhalten bestimmter Personen ausgeliefert und schlüpfen in die Opferrolle, der immer auch die Rolle eines Täters gegenübersteht. Die Opfer-Täter-Polarität umfasst viele Bereiche und Nuancen -vom Emotionalen bis hin zu körperlicher Gewalt. Egal, ob wir Täter oder Opfer sind, es handelt sich immer um eine Dynamik, die nur zusammen funktioniert. Das Opfer zieht den Täter an und der Täter das Opfer. Vielleicht ist das für dich noch schwer zu verstehen, aber das systemische Familienstellen hat mir eine anderes Verständnis dieser Thematik ermöglicht, dass ich gerne  an dich weitergeben möchte. Ich nutze die Methode des systemischen  Familienstellens oft auch, um etwas zu erforschen, in diesem Fall die Opfer-Täter- Polarität.  Während meines Experiments hatte ich die Täterrolle inne und das Opfer kroch vor mir auf allen Vieren. In der Täter Rolle verspürte ich nun die Lust auf das Opfer einzuschlagen als ob mich die Haltung des Opfers dazu aufforderte. Mir wurde klar und deutlich bewusst, dass das Opfer nur mit dem Täter und der Täter nur mit dem Opfer koexistieren kann. Sobald das Opfer sich erhob, sich ermächtigte und mir ein Stopp signalisierte, war das Spiel zwischen uns vorbei. Als Täter hatte ich ab diesem Moment keine Macht mehr über mein Opfer. Wenn wir also unsere innere Haltung verändern und unsere eigenen Opfer-Täter-Aspekte heilen, können wir diese Dynamik hinter uns lassen. Das war eine große und tief greifende Erkenntnis für mich.  Wahrscheinlich  wirst du dich nun fragen, wie sich ein Kind das geschlagen oder missbraucht wird, ermächtigen soll und Stopp sagen kann. Kann es die Opfer- Täter- Polarität ebenfalls lösen? Ich bin sicher, dass auch Kinder  es können. Auch Kinder, die geschlagen oder missbraucht werden, tragen unbewusst ein Täter- Opfer- Programm in sich, dessen Resonanz sich in ihrem Leben spiegelt. Wenn wir uns auf eine höhere Bewusstseinsebene erheben, können wir meist die tieferen Gründe hinter der sichtbaren Wirklichkeit erkennen. Nur dies ermöglicht es uns, unsere Sichtweise zu ändern und ins Mitgefühl und zwar nicht nur für das Opfer sondern auch für den Täter zu kommen. Hinter einer Opfer- Täter- Dynamik stehen in der Regel tiefste emotionale und seelische Verletzungen oder traumatische Erfahrungen, die aus dieser oder einer anderen Existenz stammen. Es kann sich aber auch um Erfahrungen von Vorfahren handeln, die noch in uns weiter wirken. Meist ist es jedoch so, dass der Täter selbst auch schon einmal Opfer und das Opfer selbst auch schon mal Täter war. Wie ich bereits erwähnt habe wir sind nicht so frei, wie wir zu sein glauben. Die Verbindungen, Schwüre, Flüche oder Abmachungen sind uns ja nicht bewusst. Das erkennen von all dem,  entschuldigt jedoch nicht den Täter denn jeder, so unfrei er auch sein mag, muss die Konsequenzen für sein Handeln tragen und die Verantwortung dafür übernehmen. Das ist der wichtigste Schritt in der Heilungsarbeit. Wenn du dich in dieser Dynamik befindest, bewusst oder unbewusst, dann darfst du hinschauen.  Durch  eine Aufstellungsarbeit ist es möglich diese Dynamik aufzulösen. Werde dir bewusst, was hinter der Erscheinung auf einer tieferen Ebene wirkt. Durch eine systemische Familienaufstellung kannst du deine Gefühle von Wut, Schuld oder Scham mit Hilfe unserer Unterstützung durchleben,  annehmen und transformieren. Du kannst dich von sämtlichen bewussten und unbewussten dysfunktionalen Bindungen, also die, die nicht auf  Liebe basieren und Machtspiele, Abhängigkeiten oder Manipulation hervorrufen, zwischen dir und dem Opfer /Täter trennen.  Du kannst dir z.b. vorstellen, wie du mit einem Lichtschwert in einer schnellen Bewegung diese unsichtbaren energetischen Bande durchtrennst. Du kannst durch deine Absicht deine energetischen Anteile und abgespaltenen Seelenanteile, die durch dieses Trauma beim anderen verblieben sind zurückholen, gib ihm die seinen, die in dir geblieben sind, dann ebenfalls zurück. Vergibt dir- sei es als Opfer oder als Täter- dass du auf Seelenebene eine so schmerzhafte Erfahrung zu durchleben gewählt hast. Versuche den Täter dazu zu bewegen die Verantwortung für  sein Handeln zu übernehmen, damit er dessen Konsequenzen erkennt und sein Bedauern Ausdruck verleiht.  Versuche ebenfalls, das Opfer dazu zu bewegen dass es seinen Anteil der Verantwortung in dem gemeinsam Spiel von Opfer/ Täter übernimmt. Dies alles wird in einer Aufstellung möglich sein. Du kannst die Fesseln zwischen Opfer und Täter lösen und aus dieser Co-Abhängigkeit aussteigen. Diese Methode ermöglicht dir einen tiefen Transformationsprozess. Scheue dich nicht die Hilfe eines systemischen Familienaufstellers in Anspruch zu nehmen, da diese Transformationsarbeit alleine doch sehr anspruchsvoll ist.

Fühle hinein , welche Unterstützung du dir wünschst.

In Verbundenheit Dagmar

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